Wie das richtige Bett deinen Schlaf beeinflusst

Warum Matratze, Lattenrost, Kopfkissen, Zudecke und Bettklima individuell zu dir passen sollten

Das Bett

Wer richtig gut schlafen will, braucht die richtigen Tools. Und eins davon wird immer unterschätzt, manchmal nicht ausreichend gepflegt und oft tagsüber einfach vergessen: Das Bett.

Ehrlich gesagt können wir alle tagsüber ganz viele tolle Verhaltensweisen abspielen, um unseren Schlaf zu verbessern, aber  wenn dann das Bett nicht passt, sind manche Mühen fast umsonst.

Ich vergleiche das gerne mit sportlichem Training. Wenn ich in einer Sportart richtig gut bin, viel geübt habe, kann es natürlich trotzdem sein, dass mich der unbequeme Schuh stört und davon abhält, meine beste Leistung abzurufen. Es ist doch schade, wenn die „falsche“ Ausrüstung uns davon abhält, richtig gut zu schlafen. Und schlafen wollen wir alle gut. Es gibt Menschen, die haben die perfekte Sportausrüstung für alle Wetterlagen, bevor sie überhaupt wissen, ob ihnen genau diese Sportart Spass macht. Es ist anders beim Thema Schlaf, da ist die richtige „Ausrüstung“ Voraussetzung für möglichst störungsfreien Schlaf.

Matratze und Lattenrost

Ein Bett besteht grundsätzlich aus verschiedenen Komponenten und es gibt verschiedene Systeme.

Ganz klassisch mit Lattenrost und Matratze in einem Bettgestell, Boxspringbetten, verschiedenen Arten von Unterfederungen in Kombination mit Matratzen, Wasserbetten und vieles mehr.

Um das Richtige zu finden, lohnt es sich immer eine ausgiebige Beratung in einem Bettenfachgeschäft in Anspruch zu nehmen. Vor dem Termin: Die eigenen Ansprüche und Bedürfnisse gut kennen! Zum Beispiel: In welcher Postion liege ich hauptsächlich? Schwitze ich stark? Gibt es Diagnosen, die meinen Schlaf oder mein liegen beeinflussen? Und was soll mein Bett zukünftig können? Vielleicht eine Hochstellung des Rückenteils? Die Rückenverstellung ist übrigens längst nicht mehr eine Funktion für Senior*innen. Menschen, die gerne im Bett lesen oder frühstücken, schätzen diese Möglichkeit sehr. Aber auch bei Reflux oder Schnarchen oder allgemein einem angenehmeren Gefühl, wenn der Oberkörper höher liegt, wird ein Lattenrost mit Rückenverstellung sehr gerne eingesetzt. Am besten dann in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt.  

Während des Gesprächs wird die beratende Person viele Fragen stellen, meistens nicht aus Neugierde, sondern um das passende Produkt empfehlen zu können.

Eine Matratze wechselt man übrigens ca alle 10 Jahre, einen Lattenrost alle 7-10 Jahre.

Das Kopfkissen

Das Kopfkissen muss zur Schlafpostion, zum Körperbau und zum Einsinkverhalten der Matratze passen. Ausserdem ist es auch da ganz gut, wenn man sich selber beobacht: Schwitze ich am Kopf stark? Brauche ich etwas mehr Unterstützung im Nacken oder mag ich es eher sehr kuschelig? Muss das Kissen Zuhause waschbar sein wegen Allergien? Gibt es auch hier Besonderheiten oder Diagnosen, die zu beachten sind?

Grundsätzlich gilt: Das Kopfkissen soll unter dem Hals und dem Kopf liegen und die Schulter

auf der Matratze. Tendenziell sind Kissen in der Grösse 80/80 dafür eher nicht geeignet. Ob es jetzt aber immer unbedingt ein Nackenstützkissen sein muss oder eine andere Form oder Grösse, hängt immer von individuellen Gegebenheiten ab. Leider gibt es nicht „das Beste Kissen“. Ein neues Kopfkissen sollte nach 2-4 Jahren unter den Kopf.

Die Zudecke

Die meisten von uns haben, je nach Jahreszeit, unterschiedliche Wärmebedürfnisse. Im Winter oft gerne etwas wärmer und kuscheliger, im Sommer gerne luftiger. Deshalb empfiehlt es sich, mindestens 2 Zudecken zu haben, lieber drei (eine für die Übergangszeit).

Auch hier gibt es tolle unterschiedliche Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Pflanzenfasern, tierische Fasern, biologisch abbaubare Synthetikfasern: Der Textilmarkt entwickelt sich rasant. Wer über 175cm gross ist, kann absolut bei Zudecken die Überlänge von 220 cm wählen. Übrigens auch, wer kleiner ist.

Die Zudecke ist mitverantwortlich fürs Bettklima- auch hier gilt: umso besser man sich selber kennt, umso einfacher wird es, die richtige Decke zu wählen. Wie atmungsaktiv soll sie sein? Lieber kuschelig oder lieber etwas schwerer und steifer? Muss die Decke zuhause waschbar sein? Mit welcher Bettwäsche wird die Decke kombiniert? Welchen Pflegaufwand will ich betreiben?

Welche Materialien kenn ich schon und wie soll mein Schlaf in Zukunft sein?

Übrigens, das gilt für eigentlich alles im Leben: Produkte, die früher noch passend waren, müssen es heute nicht mehr sein. Hinzu kommt die Entwicklung von immer neuen Möglichkeiten. Etwas neues auszuprobieren und so die eigenen Schlafqualität vielleicht zu verbessern, ist absolut erwünscht.

Pflege

Es lohnt sich immer, Decke ( und auch das Kopfkissen) zu pflegen, so das wir alle lange gut damit schlafen und nicht unnötig Ressourcen verschwenden müssen.

Bedeutet: Decke ( und Kissen ) schön trocknen lassen, nicht sofort das Bett zudecken morgens, etwas heizen, damit die Feuchtigkeit raus kann, Kissen und Decken regelmäßig reinigen. Daunen- und Federprodukte brauchen eine etwas andere Pflege als Synthetikfaserdecken und -kissen. Bitte da auf die Pflegeempfehlungen achten.

Die Textilien

Mitentscheidend für das Bettklima und die individuelle Ästhetik ist die Bettwäsche und alle kleine Dekokissen, die man so im Bett hat. Dekokissen können übrigens nicht nur hübsch aussehen, sondern wirklich eine sehr gute Funktion haben. Wenn an in der Seitenlage nicht so richtig weiss, wohin die Arme sollen, kann man ein kleines Kissen vor dem Brustkorb umarmen. Die Schultern sind somit auch gleich ein bisschen entlastet und die Arme und Hände haben einen Oplatz.

Wichtig ist natürlich, dass das Bett insgesamt gut gefällt, mit den richtigen Farben, schönen, gemütlichen Stoffen und der Einladung zum Entspannen.

Am wichtigsten ist mir dabei die „Einladung zum Entspannen“ und nicht ob das Bett insgesamt Social Media tauglich ist. Es wird kein Hochglanzmagazin unangekündigt vorbei kommen, um eine Foto-Bett-Story zu machen. Aber wir alle haben unseren eigenen Anspruch und der darf erfüllt werden.

Auch hier gilt: Bestimmte Materialien, wie zum Beispiel Fasern aus Cellulose, haben hervorragende Eigenschaften. Feuchtigkeit wird sehr gut aufgenommen und getrocknet. Ausserdem ist das Material ganz toll glatt und geschmeidig.

Es gibt auch Flanelle oder stumpfere Textilien, die Viele auch sehr schätzen. Sehr beliebt: Das Hoteltuch. Dabei handelt es sich um eine einfach gewebte Baumwolle. Diese Stoffe gibt es als Bettwäsche und Spannbetttuch.

Meine Empfehlung: Bettwäsche wechselt man (mindestens) alle 14 Tage, den Kissenbezug gerne öfter. Damit das gut funktioniert: Einfach den Kissenbug schon morgens direkt nach dem Aufstehen abziehen, das Kissen tagsüber auslüften lassen und abends den frischen Kissenbezug drauf. 

Zu den Textilien im Bett gehört natürlich auch das (Spann-) Betttuch. Hier empfiehlt sich ein kleiner Elasthan- Anteil bei Jersey, um unnötige Faltenbildung zu vermeiden. Meist gibt es eine Kennzeichnung, wo welche Ecke bezogen werden soll. Ganz wichtig: Spannbettttücher aus Jersey bitte nicht zu heiß im Trockner trocknen.

 

 

 

 

Eva Bovet

Hi, ich bin Eva Bovet.  Ich bin stolze Inhaberin von zwei Bettenfachgeschäften in und um Frankfurt am Main. Zu richtig gutem Schlaf gehört viel mehr als „nur“ das richtige Bett- und genau deshalb bin ich Schlafcoach und zertifizierte Schlafberaterin. Ausserdem veröffentliche ich den BESSER SCHLAFEN Podcast, bin Speakerin und Autorin- natürlich immer zu dem Thema „Schlaf“.

Es gibt mittlerweile sehr viel fundiertes Wissen über Schlaf, über Abläufe, mögliche Einflüsse auf Schlafqualität, hervorragende Tools, um den eigenen Schlaf zu verstehen und zu verbessern. Mir ist wichtig, dass Menschen den Zugang zum eigenen Schlaf wieder finden und Selbstwirksamkeit (neu) lernen. Ich glaube, dass vieles besser ist, wenn alle gut schlafen.

eva@zeitfuersbett.de

www.zeitfuersbett.de

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